gartenunser.org

Just another permablog

   Mrz 05

So etwas wie ein Manifest

Wir sind eine Gruppe von jungen Leuten, die es an der Zeit finden wieder etwas über den Nahrungsmittelanbau zu lernen. Zusammen nehmen wir uns einem Wiesenstück an und beginnen dieses Jahr mit der Umwandlung desselben in wucherndes Gartenland auf welchem sich der Regenwurm genauso wohl fühlen soll wie das Gemüse sowie der Mensch der es betreut. Dabei lassen wir uns von allen möglichen Wissensquellen informieren und auch inspirieren. Ganz besonders von jenen, die eine ganzheitliche Sicht auf die Beziehung von Mensch und Natur (vor-)leben. Bei unserer Recherche haben uns da speziell die Philosophien der Permakultur, des biologisch- dynamischen Landbaus sowie die Sichtweise der indigenen Kulturen sehr angesprochen.

Es kann als eine Art Experiment gesehen werden in welchem untersucht wird, wie schnell es einer Gruppe von Laien möglich wird, eine landwirtschaftliche “Freifläche” in einen Früchte schenkenden Garten zu verwandeln. Das Projekt ist sich auch dem glücklichen Umstand bewusst, dass die meisten Lösungen zur Bewältigung dieser Herausforderung bereits vorhanden und über die unterschiedlichen Netzwerke auf regionaler und globaler Ebene abrufbar sind.

Ein wesentliches Element unseres Vorhabens stellt auch die Auseinandersetzung mit Saatgut dar, ein Punkt der in seiner Bedeutung für die menschliche Zivilisation in der gegenwärtig vorherrschend praktizierten Wirtschaftsweise – aus unserer Perspektive – ziemlich unterschätzt wird. Als Antwort auf diesen Umstand beziehen wir unsere Samen ausschließlich aus dem ArcheNoah Netzwerk und anderen nachhaltig wirtschaftenden Samenproduzenten. Ab dem ersten Jahr wird unser Augenmerk neben den geernteten Feldfrüchten also auch auf den in ihnen enthaltenen Samen liegen.

Als Vereinigung von mehreren Individuum ist dieses Projekt ebenso auf sozialer Ebene ein sehr spannendes Unterfangen. Wie kommt ein Kreis von Gleichgestellten zu Entscheidungen mit der wirklich jeder leben kann? Hat stets die 2/3 Mehrheit Recht oder ist dies einfach nur der bequemste Weg, welcher keine zeitaufwändigere Auseinandersetzung mit all zuviel unterschiedlichen Ansichten und Befindlichkeiten benötigt? Das sind grundlegende Fragen die wohl weit über das herkömmliche Verständnis von Demokratie hinausgehen…

Neben dem Spaß an der gemeinsamen Gartenarbeit ist eine unserer weiteren Absichten Schablonen zu entwickeln, die bei einer Expansion des Projekts an andere Orte leicht umsetzbar sind. Diese Blaupausen könnten alle praktischen Schritte beinhalten, die für einen Gartenstart benötigt werden. Dies beginnt bei der Grundstücksfindung (Behörden, Pacht,…) führt über die benötigte Infrastruktur (Wasserversorgung, Transportmittel, Werkzeug) und den Grundprinzipien naturnahen Gartenbaus bis hin zu den Rohstoffen (Saatgut, Erde, Dünger…). Wir beabsichtigen jeden unserer Schritte zu dokumentieren und auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Unsere Gartentat möchte ihren Beitrag für jene Welt leisten, in welcher sich die Menschen einer Region wieder in naturnaher und Ressourcen schonender Weise selbst versorgen können. Dass unsere Nahrungsmittel nicht mehr in dem Maße ins Land gebracht werden müssen, hätte nicht nur einen positiven Effekt auf die Transportkosten und die günstigere CO2 Bilanz. Durch die Wiederherstellung des persönlichen Bezuges zu seinem Essen gewinnt der Mensch wieder Vertrauen in das was auf seinem Teller liegt. Ebenso stärkt es die Verbundenheit zum Land das er bewohnt, das ihn ernährt und dem er schlussendlich sein Leben zu verdanken hat.

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